The Outline trumpft mit bedachter Andersartigkeit auf

Beim Besuch des Magazins „The Outline“ fühlt es sich immer wieder so an, als würden die Macher auf Teufel komm raus anders sein wollen. Die ungewohnte Nutzerführung, die Mischung aus grellen Farben in Verläufen, bunten Bildern und Animationen wirken im ersten Moment überfordernd. Auf den zweiten Blick erkennt man aber die Liebe zum Detail. Alles sieht aus wie eine bedachte Komposition und nicht, wie oft auf Internetseiten, ein wirres Puzzle aus Inhalten, Bildern, Texten und Werbung in einem Grundgerüst, das irgendwie versucht die einzelnen Bestandteile zusammenzuhalten.

The Outline: A-typisch, auch in der Vermarktung

Joshua Topolsky
Joshua Topolsky, 2010

Joshua Topolsky, vormals Gründer und Chefredakteur des Technologie-Magazins „The Verge„, gründet 2016 „The Outline“ in New York. Er bekommt von Investoren fünf Millionen Dollar dafür, dass er es anders machen will. Im Gegensatz zu vielen großen Medienhäusern heute ist sein Plan, keine übermäßig große Zahl an Lesern und Klicks zu generieren. Ihm ist wichtig, dass die Besucher seiner Seite „smart and influential“ sind. So kommt auch die Werbung, und damit die Finanzierung, von ausgewählten Firmen, die ihre Kunden genau in dieser – monetär eher besser gestellten und im eigenen Umkreis einflussreichen – Leserschaft sehen.

Die Werbeplätze auf der Seite sehen mindestens so gut aus wie der Inhalt. Es macht Spaß „The Outline“ zu besuchen und dabei die Werbung zu betrachten. Eine Seltenheit in der Medienlandschaft.

Breitgestreute Inhalte, wenig hohle Worte

Die Artikel der Seite verteilen sich auf die Kategorien „Power, Culture, Future“ und sind in der Länge sehr variabel. So streuen sich zwischen viele Longform-Reportagen und Berichte auch sehr kurze Artikel, beispielsweise über Wirtschaftsmeldungen. „The Outline“ scheint sich auch hier im Guten nicht an die Gewohnheiten der Branche zu orientieren, die, um Suchmaschinen und nicht dem Leser zu gefallen, Texte mit hohlen Worten füllt.

Alles fühlt sich nach einem sehr hohen Standard an. Und zwar in Gänze. So sagt die Publikation über sich selber „The Outline is a new kind of publication for a new kind of human.“. Das ist vielleicht einen Tick zu hoch gegriffen. Spaß macht „The Outline“ aber sowohl optisch als auch inhaltlich auf jeden Fall.

Webseite TheOutline.com
Wikipedia zu The Outline

Fotograf Bild von Joshua Topolsky, 2010: Nan Palmero